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Wohnzimmer = Russland

Liebe Menschen, seid vorgewarnt, dieser letzte Blogeintrag ist voller Gejammer über weibliche Packprobleme, also eventuell mit Nachsicht zu genießen.

Mittwoch Abend hab ich angefangen, meinen Koffer zu packen. Lieber zu früh als zu spät. Als der Koffer zur Hälfte gepackt war mit allen Klamotten und Weihnachtsgeschenken war ich noch sehr zuversichtlich und dachte, ich hätte perfekt kalkuliert. Ja schade, leider nicht. Irgendwie kam noch so viel Kram dazu (Kosmetika, Abschiedsgeschenke, Adventskalender) dass ich ihn vorhin nur noch mit großer Mühe zubekommen hab. Und jetzt ist er 2 Kilo zu schwer. Ich bin schon seit gestern am beten, dass der Flughafenmensch erbarmen hat mit mir bemitleidenswertem Inidividuum und ein Auge oder noch besser zwei zudrückt.
So viel Zeug hab ich doch garnicht, ich hab keine Ahnung, wo das alles herkommt. Und ich hab schon voll viel weggeworfen und verschenkt, aber irgendwie wird das nicht weniger.

Ereignet hat sich nicht mehr so viel irgendwie. Donnerstag war ich mit Larissa und Yannick im Fitzsimons auf ein paar Guinness.
Freitag war ja dann der letzte Arbeitstag für meine italienische Mitpraktikantin und mich. Wir wurden nochmal über den grünen Klee (/Shamrock hihi) gelobt, und jeder hat uns gesagt, was sie nur ohne uns machen werden und dass sie uns jetzt schon vermissen. Süß irgendwie Um 16 Uhr gabs dann Sekt, weil eine Kollegin so einen Management-Preis gewonnen hat. Und das Büro hat zusammengelegt und jede von uns hat ne Flasche Wein, Schokolade und so pinkes Beautyzeug bekommen. Zitat Emma: "This stuff is called 'Little wonders' because you were our little wonders."
So sehr sie mich manchmal genervt haben, ich werde sie schon sehr vermissen.
Danach war ich noch ein letztes Mal mit Arianna bei Penneys und Caroll's. Penneys wird mir auch sehr fehlen. Dann mussten Arianna und ich uns voneinander verabschieden, was auch ziemlich traurig war. Aber wir haben schon Wiedersehenspläne Und es ist praktisch, jemanden zu kennen, der in der Nähe vom Gardasee wohnt. :D

Zuhause haben Yannick und ich dann die Schokolade gegessen und den Wein getrunken, weil das beim besten Willen keinen Platz mehr hatte im Gepäck. Danach gings dann mit den coolen Leuten los ins Fitzsimons (wohin sonst)und als dann nur noch die deutschen Jungs und Larissa und ich übrig waren, haben wir uns auf den Weg in unser Apartment gemacht. Als wir dann vor der Haustür standen, haben uns da 10 Russen erwartet, die gerne mitfeiern wollten. Naja, wir sind da ja nicht so. Dann hatten wir also Russland in unserem Wohnzimmer. Die Russen sind ein faszinierendes Volk, die sind voll lieb und rücksichtsvoll, garnicht wie man's eigentlich von ihnen erwarten würde :D
Und heute früh haben Larissa, Vicky und ich uns "Kater"frühstück von Subway geholt. Den Subway direkt neben dem Haus zu haben, werd ich auch vermissen.
Tja, und jetzt sitz ich hier. Alles gepackt, Koffer zu schwer, ein halb fertiges, noch zu vervollständigendes mittelschweres Sudoku und voller Abschiedsschmerz. (Hulk saaaad)

Und als Resumée dieser Wahnsinnszeit eine Liste der Dinge die ich allein in der Fremde gelernt hab:

* Egal wo du bist, die anderen Deutschen werden dich finden.
*Wenn's irgendwo nicht weiter geht, ist prinzipiell immer ein Spanier oder Italiener schuld.
*Karotten halten sich gut gekühlt im Kühlschrank knappe zwei Monate.
*Nicht alles was schimmlig ist, ist ungenießbar.
*Russen sind nicht so russisch, wie wir Deutschen immer denken.
*Wäsche nach Farben zu trennen, wird überbewertet.
*Eier können gefrieren.
*Die Welt geht nicht unter, wenn man mal drei Wochen nicht putzt.
*Grammatik wird überbewertet.
*Wir Deutschen sind viel zu verbissen und grimmig.
*Man stirbt nicht, wenn man sich drei Monate lang äußerst ungesund ernährt.
*Man wird nicht fett, nur weil man sich überwiegend von Schokolade ernährt.
*Guinness is good for you.
*Man darf das alles nicht so ernst nehmen.
*Für Notfälle aller Art immer eine Rolle Klopapier in der Handtasche zu haben, ist intelligent.

Jetzt muss ich mal anfangen, das Sudoku fertig zu machen. Ich hoffe der Blog hat euch ein bisschen gefallen und Danke an jeden einzelnen der ein bisschen mitgelesen hat
Ich werde Dublin und die ganzen wunderbaren Menschen, die ich hier kennengelernt hab sehr vermissen, aber spätestens im Sommer komm ich wieder!
Ihr dürft jetzt applaudieren.

15.12.12 14:49, kommentieren

Das Letzte

Dieses Wochenende war mein letztes hier in Dublin. Traurig irgendwie
Aufgrund des Anlasses wollten wir die Zeit besonders effektiv nutzen, was uns jedenfalls am Freitag und am Samstag gelungen ist. :D

Freitag waren Larissa, Yannick und ich im badass café und haben Calzone gegessen. Es war ja so unglaublich gut. Allerdings war da richtig viel Käse (<3) drin, sodass das sehr getopft hat und wir wahnsinnige Mühe hatten, die Dinger ganz zu essen, obwohl wir tagsüber fast nichts gegessen hatten (ja, ich bin hier nicht die einzige, die zu faul zum kochen ist). Danach sind wir zu Thorsten und haben ein bisschen scary movie angeschaut und Bier getrunken. Larissa und ich sind allerdings schon früher wieder heim, weil wir beide ein bisschen krank sind.

Samstag haben wir dann ausgeschlafen und haben uns gegen 14 Uhr ins St Stephen’s Green Shopping Center losgemacht.
Was ich in Deutschland sehr vermissen werde, ist boots. Das ist auch so eine pharmacy, also quasi ein Drogeriemarkt, nur haben die hier viel mehr Auswahl, was preislich und qualitativ vertretbare Kosmetika angeht. Also so viel mehr Marken, die man sich als Nichtverdiener leisten kann und die aber trotzdem cool sind. Nicht so wie bei Müller oder dm, dass es genau 3 bezahlbare Marken gibt, die scheiße sind und der Rest nur so Chanel und L’Oreal, was eigentlich unverschämt teuer ist. Wer gibt schon freiwillig 20 Euro für nen Lippenstift aus?
Danach haben wir noch die ganzen Piercingshops abgeklappert, die’s da so gibt. Letztendlich wurde es dann ein Fake-Plug, weil ich eigentlich keine Lust drauf hatte, mein Ohrloch zu dehnen, 2 Jahre Spaß dran zu haben und dann den Rest meines Lebens bescheuert auszusehen.
Und wir haben einen gesehen, der anscheinend auch da gearbeitet hat, der ja soo schrecklich aussah. Wenn wir dem in Dunkeln begegnet wären, hätte Usain Bolt neben uns wie eine Schnecke gewirkt.
Später waren wir dann im Kino und haben uns „Sightseers“ angeschaut.  Dieser Film war ein wenig verstörend. Da hat es uns gar nicht viel ausgemacht, dass wir manches nicht richtig verstanden haben, weil die Schauspieler so einen dermaßen perversen britischen Akzent hatten.
Als der Film dann aus war und wir uns wieder einigermaßen gesammelt hatten, sind wir mit Yannick, noch zwei Deutschen und einem Australier auf den Weihnachtsmarkt und danach noch in einen Pub gegangen. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt war zwar viel teurer als der in Deutschland, hat aber seltsamerweise auch viel besser geschmeckt. Mysteriös.

Ja, und heute haben wir wieder ewig geschlafen und nachher gehen Larissa und noch irgendwas cooles essen. Man kann sich nicht dauerhaft von Käsebrot und Schokolade ernähren.
Außerdem kriegen wir heute einen neuen Mitbewohner. Schon wieder.
Der Spanier hat nämlich auch die Flucht ergriffen. (So schlimm sind wir echt nicht!) Am Mittwoch sind wir von der Arbeit heimgekommen und er und all seine Sachen waren verschwunden. Ohne dass er ein Wort zu uns gesagt hätte :D Am Donnerstag haben wir dann eine facebook-Nachricht bekommen, dass er was billigeres gefunden hat und es nicht an uns lag. Naja, wie auch immer. :D
Wir sind wieder sehr gespannt. Hoffentlich ist der Neue nicht doof. Wobei mir das eh egal sein kann. Hihi.

Das war sogar möglicherweise der letzte Blogeintrag. Falls ich am Samstag die Zeit und Motivation finde, noch bisschen zu schreiben, bevor mein Flug geht, werde ich das tun, wenn nicht, gibt’s vielleicht am Mittwoch oder Donnerstag nen Blogeintrag, in dem ich über meine Packprobleme jammere. Wir werden sehen.

Bis dahin eine schöne Woche!
Eva

10.12.12 00:06, kommentieren

Weihnachtsstimmung ERROR

Heute ist also der erste Advent. Und wir sind hier kein bisschen weihnachtlich. Na toll. Aber fangen wir am besten am Anfang an :D

Die vergangene Arbeitswoche war von ein paar niederschmetternden Ereignissen geprägt. Ich bin wirklich voll am arbeiten immer, ich bemühe mich, den anderen zu helfen, wo es geht aber so richtig anerkannt wird das irgendwie nicht. Die werden schon sehen was sie an mir hatten, wenn ich weg bin :D

Die Woche ging dann aber gottseidank relativ schnell rum und Freitag Abend haben wir dann beschlossen, auf die Erasmus-Zweitsemester-Abschiedsparty zu gehen. Arbeits- bzw. Firmenweihnachtsfeierbedingt haben zwei unserer männlichen Mitstreiter gekniffen, d.h. Larissa und ich sind allein mit Yannick und Thorsten losgezogen. Als wir dort waren, haben wir erstmal das Getränkeangebot ausgecheckt (Bier für 3 Euro, yess) und haben dann noch meinen deutschen Praktikantenkollegen und den unfähigen italienischen Vermieterpraktikanten getroffen. Der Abend war echt super, die Stimmung war genial. Nur waren wir etwas irritiert als dann um 4 (oder so) das Licht angeknipst wurde.
Ein Bild das diesen Abend relativ gut beschreibt:

 

Samstag Abend waren dann alle da, also alle alle, die deutschen Mädels, die deutschen Jungs, Vicky und Seamus.
Wir haben Dezembertee und Glühwein getrunken und Trinkspiele gespielt und Slenderman-Videos angeschaut. :D

Und heute "früh" als wir uns so gegen 15 Uhr alle aus unseren Schlafstätten erhoben haben, wieder die übliche Wochendend-Morgen-Prozedur: Ein bisschen entsetzt sein ob des Chaos' in der Wohnung, aufräumen, bisschen putzen und die Alkoholleichen entfernen.
Dann haben Larissa und ich die Adeventskalender geöffnet die wir uns gegenseitig gebastelt haben (es gibt bestimmte Dinge, für die man halt einfach nicht zu alt wird.) und noch einen "Adventskranz" auf unserem Esstisch installiert:

Man beachte vor allem die wahnsinnig weihnachtliche Verpackung von Matthias' Sub, das er Vicky geschenkt hat.

Und es ist ja so widerlich draußen: stockdunkel und sehr, sehr nass. Deswegen hängen wir grad alle bloß unmotiviert im Apartment rum und erfreuen und an den klebrigen Glühweinflecken überall.

Sind ja jetzt auch nur noch 2 Wochen bis ich heimfliege und schön langsam fang ich auch an, das zu realisieren. Larissa und ich haben die nächsten zwei Wochen komplett ausgeplant mit allen Dingen die wir unbedingt noch machen wollen. Ich werde Dublin ja so vermissen.

Achja, außerdem hat sich am Samstag noch eine Sache ereignet, von der ich euch unbedingt erzählen möchte, damit euch nicht das selbe wiederfährt. (mit ie oder ohne? egal.)
Ich war erst Weihnachtsgeschenke einkaufen und dann bei Lidl, und als ich so in der Schlange an der Kasse stand, hat mich so ein süßes kleines Gläschen Senf aus dem Regal angelächelt.
Als ich dann zuhause war, hab ich mir das so voll fett aufs Brot geschmiert und dann ich so "omnomnom" und dann der Senf so "BURN!".
Esst niemals English Mustard. Kennt ihr die asdf-movies mit Marmite? Daran hab ich mich erinnert gefühlt.

Jedenfalls wünsch ich euch noch einen schönen ersten Advent und genießt den tollen Schnee
Eva

2.12.12 18:01, kommentieren

British impoliteness

Dieses Wochenende waren wir also in London. Die Hinfahrt ist relativ ereignislos verlaufen, außer dass ich auf der Fähre ganz ausgiebig zum Porzellangott beten musste, weil der Wellengang leider etwas abenteuerlicher ausgefallen ist. Freitag frühs um neun waren wir dann also da und mussten uns erstmal mit dem U-Bahn-System zusammenraufen. Dann haben wirs aber doch ins Hostel geschafft und konnten endlich duschen und was frühstücken. Nachdem wir eingecheckt hatten sind wir todmüde und zerstört Richtung Tower Bridge gekrochen und von da zum London Eye, Big Ben, Westminster Abbey, Buckingham Palace und Convent Gardens. War jetzt eigentlich nicht so berauschend. Relativ langweilig eigentlich. Viele Touristen. Um sechs waren wir dann endgültig fertig mit den Nerven und sind dann ins Hostel und haben uns schlafen gelegt. So viel zum Thema „Legendäres Londoner Nachtleben“. :D

Samstag früh sind wir dann nach Camden Town gefahren und haben unser mühsam Erspartes unter die Leute gebracht. Dennoch waren wir begeistert, wie viele außergewöhnliche Dinge man da doch für (verhältnismäßig) wenig Geld bekommt. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es den ganzen Tag echt arg geregnet hat. Wir haben dann auch ziemlichen Hunger bekommen und mangels Unterstellmöglichkeiten haben wir unsere Tesco-Fertignudeln in einer Telefonzelle vernichtet. Wir sind ja schon an die irritierten Blicke anderer Menschen gewöhnt. Zum Schluss sind wir dann noch zu King’s Cross gefahren und haben am Gleis neundreiviertel unser Touristenfoto gemacht. Dann ging’s wieder zur Coach Station und Richtung Dublin.

Im Bus haben Larissa und ich uns die letzte Reihe gesichert, weil richtig wenig Leute im Bus waren und weil man sich ganz hinten halt am besten ausbreiten kann – dachten wir. Es kam dann nämlich ein ganz liebenswürdiges britisches Pärchen daher und hat sich genau vor uns gesetzt. Obwohl der ganze Rest des Busses komplett leer war. Dann haben sie ihre Rückenlehnen zurückgeklappt, natürlich ohne zu fragen, ob wir uns dadurch irgendwie in unserer Sitzposition beeinträchtigt fühlen. Dann haben sie angefangen sich zu küssen. Und zwar so richtig, das volle Programm, mit widerlichen Geräuschen und allem. Also hab ich meinen iPod eingestöpselt und hab mich hingelegt zum Schlafen. Weil diese liebenswürdigen Personen aber ihre Rückenlehnen dermaßen weit zurückgeklappt hatten, musste ich mich auf äußerst seltsame Art und Weise da reinklemmen und überhaupt Platz zu haben. Und bei meiner (Nicht-)Größe will das ja was heißen. Die beiden haben dann aber beschlossen, ein bisschen auf ihren Sitzen rumzuhopsen, dass ihre Rückenlehnen die ganze Zeit an meine Knie gekracht sind. Die sind jetzt grün und blau. Vielleicht sollte ich mal aufhören über diese unmöglichen, widerwärtigen Individuen zu berichten, ich bin schon wieder total hasserfüllt. :D Jedenfalls, falls die mir nochmal begegnen werde ich einfach mit meiner Plastikgabel (die ich immer in meiner Handtasche mit mir rumtrage) auf sie einstechen und dann so lange gegen ihre Schienbeine treten, bis sie weinend am Boden liegen.

Die Briten sind generell ein sehr unhöfliches, rücksichtsloses, unfreundliches Volk. Die Leute beim Kundenservice in der U-Bahn motzen einen blöd an; wenn man angerempelt wird, wird man angeschnauzt was einem eigentlich einfällt und dieses grässliche Pärchen ist ja wohl der beste Grund, England und seine Bevölkerung nicht zu mögen. Außerdem ist London, soweit ich das beurteilen kann, nicht halb so schön wie Dublin und die Leute in Dublin sind auch viel netter. Dublin ist halt einfach toll.
Und jetzt sind’s nur noch 3 Wochen. Ach es ist so traurig. Deswegen geh ich jetzt ein bisschen Frustschokolade essen. Habt noch nen schönen Sonntag!
Eva

25.11.12 17:43, kommentieren

Am Rande des Wahnsinns

Liebe Männer, falls ihr euch durch den folgenden post angegriffen fühlen sollt, kann ich da leider auch nichts machen. Hättet ihr mal lieber eher dafür gesorgt, dass eure Artgenossen sich gebührend benehmen.
Liebe verheiratete Frauen, ich bewundere euch, dass ihr eure Ehemänner und ggf. Söhne nicht schon nach den ersten 5 Tagen hochkant aus der Wohnung geworfen habt.

Der Anlass für diesen post ist unsere Mittlerweile-Dreier-WG. Larissa, Yannick und ich. Marco ist gottseidank ausgezogen und hat sich somit selbst das Leben gerettet. Spätestens am Wochenende hätte ich ihn mit einer unserer Ein-Euro-Shop Lichterketten erwürgt.
Wie es dazu kam? Marco ist nicht nur ein Mann, sondern ein Italiener noch dazu. Italienische Frauen sind wirklich toll, nur ihre Männer haben sie nicht im Griff. Die wohnen mit 25 noch bei Mutti und haben noch nie eine Waschmaschine/einen Herd/ einen Wischmopp/ einen Staubsauger (diese Liste ließe sich ins Unendliche fortsetzen ... ) aus der Nähe gesehen. Außerdem haben Marco und ich einen inoffiziellen Krieg um’s Bad morgens geführt. Als er angekommen ist, meinte er, gar kein Problem, er geht um acht ins Bad und ist um 10 nach acht fertig, sodass ich dann um viertel nach acht rein kann. Am Montag hats noch geklappt. Am Dienstag hat er  bis 08:16 gebraucht. Am Mittwoch bis 08:25. Und das hat mich sehr genervt. Ich finde nämlich, ich bin im Recht, wenn ich keine Lust hab, frühs immer mein Frühstück ausfallen zu lassen, nur weil der werte Herr keine Lust hat, seinen Hintern pünktlich ausm Bett zu heben.
Am Montag hats mir dann gereicht, und als er um 08:15 Uhr als ich aufgestanden bin, noch nicht wach oder im Bad war, dachte ich mir, schlag ich ihm ein Schnippchen. Mein genialer böser Plan war, einfach ins Bad zu gehen und gaaaaaaaanz ausgiebig zu duschen, sodass er nicht rein kann. Soll er doch schauen wie er pünktlich in die Uni kommt. Und grade als mein kriminell geniales Gehirn diesen Plan zu Ende geplant hatte und ich nur kurz im Wohnzimmer was holen wollte, ist er aufgestanden, hat mich aus der Badtür geschoben und meinte „Can I?“ Nein kannst du nicht, Arschloch. Ich war kurz davor ihm einfach eine zu schmieren (morgens bin ich manchmal etwas ungenießbar).
Nun ja, wie auch immer, jedenfalls ist er jetzt gottseidank in ne andere WG gezogen und kann da den Leuten auf den Keks gehen und sie antatschen. Es ist nicht schön, friedlich am Esstisch zu sitzen und dann in die Wange oder den großen Zeh gekniffen zu werden.

Was außerdem nicht schön ist, dass unser Bad wieder schimmelt. Oder dass IMMER das Klopapier leer ist. Ernsthaft, was tut Yannick mit dem ganzen Klopapier? Wo kommt das immer hin? Und wenn er es leer macht, denkt er natürlich absolut nicht dran, vielleicht neues ins Bad zu stellen. Auch die Badtür muss man nach dem Duschen nicht offen lassen, weil hey, so ein bisschen schwarz angeschimmelte Wände sind doch ganz nice eigentlich. Und man muss auch sein dreckiges Geschirr nicht in die Spülmaschine räumen und seinen Müll kann man einfach auf den Boden fallen lassen. Irgendein Idiot findet sich schon, der das wieder aufräumt.
Larissa und ich sagen ihm jeden Tag ungefähr tausend mal, dass er die Badtür offen lassen soll, weil das schon wieder schimmelt und er sieht und riecht mit Sicherheit auch, dass unser Bad schon wieder total am verwesen ist, und es geht ihm voll an seinen 5 Buchstaben vorbei. Wenn ich könnte würde ich den Schimmel vom Bad in sein Zimmer rüber tragen.

Also versteht mich nicht falsch, Yannick ist ein netter Mensch (und er riecht gut) und das Zusammenleben mit ihm macht echt Spaß. (Wenn er Witze über einzeln verpackte Wiener Würstchen macht.) Aber eine WG lebt nunmal davon, dass jeder einen gewissen Beitrag leistet. Und so schwer ists doch nicht den Dreck den man gemacht hat, wieder wegzuräumen, oder lieg ich da falsch?
Deswegen haben Larissa und ich Bilder gemalt. Vielleicht denkt er jetzt mal dran:



 

Außerdem hab ich heute was sehr lustiges gesehen auf den Weg zur Arbeit. Man bedenke, dass das Clarion in Dublin’s Finanzdistrikt ist. Die spinnen die Iren.

 

Und jetzt ist Schluss. Ich leiste nämlich im Gegensatz zu manch anderen Personen meinen Beitrag zum WG-Leben und putze.
Und morgen abend geht’s schon los nach London Oooh ich freu mich so.

Ich wünsch euch ein schönes Wochenende und schlagt euch nicht gegenseitig beim Derby die Köpfe ein.
Eva

1 Kommentar 21.11.12 22:28, kommentieren

Blick auf den Lachs

Dieses Wochenende war sehr cool, wir waren nämlich in Cork. Cork ist ein mittelgroßes Kaff an der südlichen Küste Irlands und es ist soooooooooooooo schön da.
Aber erstmal die Vorgeschichte jetzt. Freitag Abend dachte ich, dass wir zu dritt nen Chilligen machen (der touchy Italiener ist in Galway mit der Uni) und bin halt so mit Gammelklamotten und Dosenpfirsichen im Wohnzimmer rumgehartzt. Auf einmal geht die Tür auf und die Boys stehen auf der Matte (und machen sich noch vor der Begrüßung über meinen Aufzug lustig, jaja) mit einer Palette Dosenbier. Na super. Larissa und ich wurden dann eingeweiht in die Geheimnisse der Männerwelt und für’s Leben traumatisiert. Und weil wir am Samstag um 06:15 Uhr aufstehen mussten (argh) sind wir dann um 12 irgendwann ins Bett. Was die Jungs aber nicht daran gehindert hat, in unserem Wohnzimmer weiterhin lautstark Männergespräche zu führen und die Einrichtung kurz und klein zu schlagen. Als wir sie gebeten haben, in einen Pub zu gehen, haben sie das natürlich nicht gemacht. Da müsste man ja sooo weit laufen. Nämlich genau in den Aufzug und auf die andere Straßenseite. Absolut unzumutbar.
Am Samstag haben wir uns dann völligst übermüdet aus dem Bett gequält und haben dann gleich mal im Wohnzimmer eine nette Überraschung vorgefunden: Einen Betrunkenen auf unserer Couch (was noch in Ordnung ist) und einen Kugelschreiber-Schriftzug auf unserem Esstisch. Ohne Papier dazwischen. Ein bisschen behindert sind die ja schon.
Dann haben wir uns zum Bus geschleppt und die 3 Std Fahrt größtenteils verschlafen (wer hätte das gedacht). Nur ich bin immer vom Gestank der Zwiebelchips der Person vor mir aufgewacht. Ich hab auch immer das dringende Bedürfnis penetrant stinkende Nahrungsmittel zu mir zu nehmen wenn mein Freund unmittelbar neben mir sitzt. Nachdem sie die Chips aufgegessen hatte, haben die beiden angefangen rumzumachen. Vielen lieben Dank auch.
Als wir dann in Cork angekommen sind, war strahlender Sonnenschein Als erstes haben wir dann unser Gepäck ins Hostel gebracht und sind dann auf Sightseeing-Wanderung gegangen.
Zuerst waren wir bei der Lachs-Kirche. Diese Iren haben doch ernsthaft ganz oben auf dem Turm dieser Kirche einen riesengroßen Metall-Lachs angebracht, so ähnlich wie in Deutschland die Wetterhähne immer. Und innen in der Kirche drin waren dann auch noch Lachs-Stühle. Außerdem konnte man in dieser Kirche den Turm hochlaufen und sein eigenes Lied mit den Glocken läuten. Larissa und ich sind höhenangstbedingt unten geblieben und haben Maja und Jessi dann allein oben „Alle meine Entchen“ läuten lassen.
Danach sind wir noch ungefähr bis abends wahllos in Cork rumgelaufen und waren unter anderem flauschige weiße Ziegen streicheln und an der shakey bridge. Das ist eine Hängebrücke (!) über den Fluss, die immer wackelt. Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Spaß ich dran hatte da rüber zu laufen (nämlich keinen.)
Als es dann dunkel geworden ist, und wir nichts mehr gesehen haben, haben wir dann das Sightseeing beendet (haha) und sind ins Hostel. Das Zimmer war klein, kalt und hat nach Käsefüßen gestunken. Und zwar nichtmal nach unseren eigenen. Aber für eine Nacht war’s echt okay. Wir haben dann ein bisschen den Ausblick auf den Lachs der Lachs-Kirche genossen und Paprika-Orakel gespielt.
Als wir uns ausreichend regeneriert hatten, sind wir in einen wunderschönen Pub gegangen und haben Bailey’s getrunken. (Der Pub hieß „The Bailey“.) Um zehn haben wir uns dann mühsamst in unsere Stockbetten gequält. Wir werden alt.
Am Sonntag gings dann um neun Uhr frühs schon wieder los, in eine der 31248547918756 Kathedralen in Cork und ins College. Das College ist genau wie der Rest von Cork, einfach unglaublich schön Dann sind wir ein bisschen durch die Läden gezogen und als es angefangen hat, cats und dogs zu regnen haben wir uns was zu essen gesucht, und wollten dann da warten, bis es aufhört zu regnen. Hat es aber leider nicht. Es ist von Minute zu Minute schlimmer geworden. Irgendwann mussten wir dann aber doch da raus, um unsere Rucksäcke ausm Hostel zu holen. Larissa und Jessi hatten Winterjacken mit Kapuze und Maja und ich hatten 1,99€-Regenschirme von Rossmann. Wir waren dann aber alle gleichermaßen durchweicht. Und auf dem Weg zum Bus hat es dann auch noch richtig angefangen zu stürmen. Ihr könnt aus den Fotos ersehen, wie unsere Regenschirme jetzt aussehen – halt nein, nicht ganz. Ein paar Sekunden nach dem Foto, hat mein Regenschirm sich dazu entschlossen, sich einfach mal um 90° umzuknicken. Uns hat dann ein Mann nachgerufen „You can say goodbye to those brellies!“ You don’t say.
Und ein paar hundert Meter weiter kam uns dann ein weiterer Mann entgegen, der uns wütend angeschrien hat „Ya under ya umbrellas ya fuckin‘ stupid bitches!“ Äußerst liebenswürdig. Gottseidank haben wir’s dann doch endlich geschafft in den Bus zu steigen. :D
In Dublin regnets auch. Das ist uncool. Was allerdings cool ist, dass ich nächste Woche nur 4 Tage arbeiten muss, weil wir Donnerstag Abend nach London fahren. Juhu.

Habt eine schöne Woche mit qualitativ hochwertigen Regenschirmen im trockenen Deutschland!
Eva

P.S. Es gibt wieder neue Bilder, der Link ist hier: https://www.dropbox.com/sh/maja72jth7slkkv/GIKxJztXWb

1 Kommentar 18.11.12 23:03, kommentieren

Russenparty

What a weekend. But first I have to tell you something: This blog will from now on be written mainly in English, because Ani and Elina, our cute Finnish girls, want to know what’s going on. And it’s much easier than always having to tell each story twice. Besides, this is a blog about Dublin, so it would be very strange if it was in German.

Well, about our new flat mates. First, we were thinking we would have to live with an Italian couple. But obviously the Italian couple didn’t want to live with us (Karma?) and so they got into another apartment. That’s why yesterday just one Italian guy arrived. His name is Marco and actually he’s quite nice, but his English is so incredibly bad.

Eva: “Hey Marco, how was your evening?”
Marco: “Yes.”

Larissa: “Yes we know that the bin is broken. We will buy a new one.”
Marco: “But Alberto arrive 12 o’clock.”

Kartoffelboy: “Would you like a beer?”
Marco: “Me arrive here today.”

We have no idea how we are supposed to communicate with this person. But okay. Maybe we will have to draw stickmen on the walls of our apartment, just like the cavemen.
But he fixed our “chair of doom”. (I will tell you more about that later on)

When Alberto ( the Italian landlord-intern) brought Marco, he told us that there would arrive another guy today in the morning. He is supposed to be German. Larissa and I fear the worst. (I am writing this at half past eleven.) I bet he is fat and ugly and disgusting and smells very bad and farts in public.
But let’s see.

On Saturday the German boys and I decided to visit Kilmainham Gaol, a very important part of Ireland’s history. It’s an old jail where all the leaders of the Irish riots (War of Independence and another war whose name I forgot) were imprisoned and executed. The guided tour was very interesting and although I tried very hard, I already forgot most of the things the guide told us. (Just like after my Abitur haha) And it was so incredibly cold. Poor prisoners.
After that I had to go to Penney’s (again) and then we went to your apartment to watch the rugby match Ireland – South Africa. South Africa won. Ireland don’t care, Ireland gets drunk anyway.
After that, we started to play drinking games. First “I have never” but then we ran out of interesting (sex- and crime-related) questions, so we started to play this card game. Maybe you know it, every card means something, for example at 8, you have to throw your hands in the air and the last one who does it, drinks.
Then, something about 10 o’clock we got visited by some Russian people. Thorsten, the guy who lives in that area where they burn cars and stuff, is sharing his apartment with a Russian guy, and this Russian guy brought a couple a friends with him. Except Thorsten’s flat mate those Russians were really cute and didn’t seem like communistic villains. One of them, a 19 year old boy, was so incredibly cute and adorable that Larissa and I decided to keep him. He would get a blanket next to the couch and on nice sunny days we would take him for a walk to the park.
I know that all of you have to be very curious about our chair of doom. NOT.
The chair of doom is a leftover of your True-American party. Somehow, the backrest became a little bit loose. But we didn’t think about it, because fuck you crappy chair.
And during our little not-party we ran out of seating accommodations and so Thorsten had so sit on the chair of doom. At this point I have to mention that Thorsten already destroyed our bin (accidentally of course) and he was quite drunk. A few hours later he fell asleep in Larissa’s bed. Don’t you think that sleeping men look so much cuter than they do when awake? We do.
But back to the chair of doom. Thorsten was sitting on this chair and suddenly, he started to move ground wards, very very slowly. You should have seen his face, we died laughing. This expression of surprise and confusion and a little bit anger. So funny.  That’s how our chair slowly broke into two pieces, the seat and the backrest.
Today in the morning we tried to fix it with transparent tape, so no one would notice it’s damaged. Worked pretty well, you just mustn’t sit on. Unless you want to happen the same thing to you that happened to Thorsten.

We are so happy when we came back from the Temple Bar Book Market we met him the first time and he is not disgusting nor does he smell bad. He actually smells very good :D His name is Jannick. That’s all we know about him. And his part of the fridge is occupied by a few slices ham and cheese and 8 cans Guinness. Nice :D

Have a nice evening
Eva

2 Kommentare 11.11.12 18:59, kommentieren